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4. Tafelrunde der freien Geister
unter der geistigen Schirmherrschaft von Hans Freyer
(Thule-Seminar e.V.)
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Das Ahnenrad der Moderne. Ein Bericht
(Jörund Best)

Morgendämmerung

Der Morgennebel hatte sich schon aufgeklärt, als sich mehrere Mitglieder des ›Thule-Seminars‹ im Gehölz nahe einer idyllischen Burg zu einem Zirkel formierten. Es war wohltuend still um sie: Im Schutz der morgendlichen Stunde konnten sie für einen Augenblick dem rastlosen Getöse einer kranken Zivilisation entfliehen, um sich − innerlich, wie auch als Gefährten untereinander − zu sammeln. Neue Gefährten sollten in den Orden aufgenommen werden; ihnen wurde für ihre Verdienste eine besondere Auszeichnung verliehen. Mit dieser Weihestunde im kleinsten Kreis wurden der Konvent des ›Thule-Seminars‹ und die 2.Metapo-Werkstätte eingeleitet. Die Verschwiegenheit der Beteiligten zu diesem einschneidenden Geschehen ist das unsichtbare Band, das den neuen Orden eint.
Der Vorabend war bestimmt durch die Anreise der Mitglieder. Nur kurz fand man noch die Zeit, Bericht über die bisherige Arbeit abzulegen. Neue Aufgaben wurden verteilt. Für viele stand die Wiedersehensfreude im Vordergrund, aber auch zahl-
reiche neue Bekanntschaften wurden geschlossen. Als am Morgen des 6. Nebelung
die neuen Ordensmitglieder bei der Burg eintrafen, waren die übrigen Mitglieder bereits versammelt.


grundsätzliches

Künftig wird das ›Thule-Seminar‹ nicht umhin kommen, dem offensichtlichen Bedürfnis einiger Gefährten nachzukommen, mehr öffentliche Veranstaltungen im offiziellen Rahmen auszurichten. Das soll und wird aber nicht die eigentlichen Metapo-Werkstätten ersetzen. Einige Gefährten müssen sich auch von dem Gedanken lösen, das ›Thule-Seminar‹ erhebe den Anspruch, eine Massenorganisation zu werden. Das wird nie der Fall sein, denn zu einer Avantgarde wird immer nur eine Minderheit zählen. Auch sind auf das ›Thule-Seminar‹ nicht die Maßstäbe rechter Vereinigungen anzuwenden, die auf das bierseligtumbe Massenerlebnis in nikotinrauchgeschwän-
gerten Kneipen-Hinterzimmern setzen oder der Presse mit nicht gerade ansehnlichen Demonstrationen weitere Munition für ihre volksfeindliche Hetze geben.
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DIE VORTRÄGE

In diesem Sinne waren die Referate der ausgesuchten Gefährten weniger dazu da, die Allgemeinheit zu unterhalten. Einzelnen Gefährten wurde die Aufgabe gestellt, sich zu einem bestimmten Thema Gedanken zu machen, um daraus einen Vortrag auszuarbeiten. Sie sollten sich darin bewähren, die Essenz aus weitreichenden Zusammenhängen herauszukristallisieren, Dinge in kurzer Form auf den Punkt zu bringen und überzeugend vor einer größeren Zuhörerschaft darzulegen. Für einige war das ein ganz neues Terrain. Eine große Unterstützung war die Technik, die es ermöglichte, Computergraphiken auf die Leinwand zu projizieren, um damit auch visuell mit der Zuhörerschaft zu kommunizieren. Auch die Anfänger machten ihre Sache erwartungsgemäß gut.
Der erste Vortrag beschäftigte sich mit Hans Freyer, einem wegweisenden Sozio-
logen und leider nahezu in Vergessenheit geratenen Protagonisten der kulturellen Revolution. Dieser Umstand bewog das ›Thule-Seminar‹, sein Andenken in den Mittel-
punkt der diesjährigen
Metapo-Werkstätte zu stellen.
Mehr als nur eine geschichtliche Abhandlung war das zweite Referat: ›Widukind − Erbe und Auftrag‹. Neu war die These des Vortragenden, es handele sich um reine Propaganda, geschürt von Karl dem Franken, Widukind hätte sich am Ende taufen lassen. Vielmehr sei er wie andere besiegte Gegner in einem Kloster gefangen gehalten worden, und die Kunde seines Kniefalls hätte den Widerstand der Sachsen brechen sollen.
Sehr impulsiv war der nächste Vortrag, in dem das Medium Bildschirm-Projektion richtig zur Geltung kam: ›Ästhetik als Ausdruck der Neuen Kultur‹. Polemisch wurde gegenübergestellt, wie sich dem einzelnen die Welt heute gestaltet und wie es zu anderen Zeiten war und unter anderen Vorzeichen sein wird. Da die Welt Spiegelbild des Wesens der Herrschenden ist, muß es die erste Aufgabe der Avantgarde der ›Neuen Kultur‹ sein, Gegenbilder zu schaffen.
Mit der Vorstellung eines Organigramms für die kulturelle Revolution wurden konkrete Projekte vorgestellt. Den Höhepunkt des Tages beschloß Dr. Pierre Krebs mit einer programmatischen Rede unter dem Titel ›Das Ahnenrad der Moderne‹, in der er geistige und strategische Alternativen für die Zukunft zeichnete und noch einmal verdeutlichte, was unter Metapolitik zu verstehen ist.


fazit

Dieses Arbeitstreffen im gediegenen Rahmen gab einen guten Einblick in das Voranschreiten der zweiten Phase des ›Thule-Seminars‹. Einige Städte verfügen bereits über sehr aktive Metapolitische Zellen, während andere Regionen noch nicht vertreten waren. Es stellte sich heraus, daß mehr Richtlinien für eine gute Arbeit vor Ort und das dazugehörige Material ausgegeben werden müssen. Letzte Beiträge für das hier vorhandene Magazin wurden eingereicht. Der Internet-Auftritt des ›Thule-Seminars‹ wurde ausgearbeitet.
Außerdem  kam man überein, wie wichtig  in dieser Zeit des alles umfassenden Werteverfalls ein eigener Ehrenkodex ist, um sich von der übrigen Welt  deutlich abzusetzen. Deswegen wird in der nächsten Zeit ein Grundsatzpapier für die Mitglieder und Anhänger entwickelt, das das eigentlich Selbstverständliche umfassen wird. Auf diesen Anstandsregeln soll künftig eine eigene Gerichtsbarkeit aufbauen, die ganz klar zu trennen weiß, wer zu uns gehört und wer es noch nicht verdient, den Wodansknoten des ›Thule-Seminars‹ zu tragen.
Diese Metapo-Werkstätte war ein deutlicher Schritt nach vorn, und wir können uns auf das nächste Arbeitstreffen freuen, das im Zuge der Straffung und der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit sicherlich weitere Impulse geben wird.

4. Heumond 1998

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