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Von dem oberflächlichen Standpunkt aus, der den intellektuellen und psychologi-
schen Aspekt der Individuen übersieht, wird die scheinbare Leibeskraft der Mischlinge vorgeführt, um damit propagandistisch die gefährlichen Integrationen zu rechtferti-
gen. Da sie vorübergehend ist und oft aus besseren Hygiene- und Ernährungsbedin-
gungen hervorgeht, ist sie keine absolut positive Tatsache zugunsten der Bastardie-
rung. Statt einer Heterosis (Leistungsverstärkung) kann umgekehrt ein Vitalitätsrück-
schlag auftreten. Eine übertriebene Exogamie außerhalb gewisser Grenzen ruft unter natürlichen Bedingungen unter anderem Nachteile hervor, was Shields eine
outbree-
ding depression
 nennt, das heißt eine mehr oder weniger starke Bastardierungs-
depression als Vitalitätsrückschlag.
Im Pflanzenreich erzeugt Delphinium nelsoni die wenigsten Pflänzlinge, wenn die Mutterpflanzen eines einzigen Typs mit einem Abstand von 100 m gewachsen sind und die meisten, wenn dieser Abstand von nur 10 m Länge ist. Das bedeutet, daß eine minimale Differenz innerhalb einer großen Gleichheit, oder eine kleine Veränderung der Lebensbedingungen, wirkungsvoller sind als eine große Differenz.
Vincent betrachtet die freie Rassenvermischung und Artenkreuzung als Perversio-
nen:
„Bis auf einige Perversionen“, schreibt sie, „ ‚paaren‘ sich weder die Pflanzen und die Blumen aus verschiedenen Spezies, noch meistens die aus Varietäten einer einzigen Spezies. Wenn solche Bestäubungen stattfinden, wird einfach der ungeeig-
nete Pollen durch das Pistill (Blütenstempel), das er zu erobern versucht hat, gestoßen.“
(19)
Auf dem menschlichen Gebiet zeigen einige von Bateson zitierte Studien, daß die Fruchtbarkeit im Zusammenhang mit der Ähnlichkeit zwischen Eltern steht, was den Wert der Gegenbehauptung über die Erstarkung durch die Bastardierung enorm relativiert (20). Es ist ganz klar, daß die biologische Nähe nicht so unheilvoll ist wie es manchmal behauptet wird: Der Ursprung eines Stammes, einer Rasse, einer
Spezies ist während zahlreicher Generationen und vor nachfolgenden Spaltungen unvermeidlicherweise von sehr engen Kreuzungen begleitet, ohne irgendwelche Degeneration hervorzurufen. Diese Kreuzungen befestigen in der Tat die bestehenden Merkmale, welche auch immer ihre Natur sei.
Die Nachteile der außerrassischen Exogamie erscheinen unbestreitbar, nach Bate-
son wegen der Verteilung der inkompatiblen Blutgruppen.
„Der Komplex r ist zum Beispiel bei den Chinesen nicht häufig (is very unfrequent), dahingegen umso mehr bei den Europäern (Mourant, Kopec und Domaniewski-Sobozak, 1976). Das bedeutet, daß eine Chinesin mit einer negativen Rhesusgruppe, die mit einem Europäer mit einer positiven Rhesusgruppe verheiratet ist, wahrscheinlich ‚blaue‘ Babys nach dem ersten Kind gebären wird, was die Wirkungen der Erstarkung durch Hybridation über den Fortpflanzungserfolg des Paares mehr als neutralisieren wird“ (21). Diese Bemerkung gilt wahrscheinlich auch für die Erbkrankheiten, die gewissen Gruppen anhaften. Jedenfalls haben die historischen Wirklichkeiten mehr Beweiskraft als die theoretischen Konstruktionen, die, von den Drosophilen (22) ausgehend (die die Dysgenie der Hybriden — hybrid dysgenesis — auch kennen), gemacht werden, um die breiteste Panmixie vorteilhaft erscheinen zu lassen: Die Gelben, die seit mehreren Tausenden von Jahren bestehen, brauchten sich nicht mit Schwarzen oder Weißen zu mischen, um sich gewaltig zu vermehren und dem selektiven Druck ihrer Umwelt sehr wirkungsvoll entgegenzutreten. Sie haben ihre Spezifität bewahrt und zugleich Kultu-
ren entwickelt, deren Rang von gemischten Völkern nie erreicht worden ist. Damit beweisen sie nachdrücklich, daß derartig erfolgreiche Fähigkeiten nicht auf dem Wege der Bastardierung erworben werden — auf dem sie nur zu verlieren sind.
Man kann das nicht von den gemischten hispano-negro-mongoliden Massen aus Zentralamerika oder negro-arabiden Massen aus Nordafrika sagen, die trotz den zugeteilten Hilfen kaum auf dem afrikanischen Niveau stehen. Eine blinde Bastar-dierung von mehreren Jahrhunderten hat ihnen die verschiedenen Eigenschaften, die den wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum gewisser Nationen ausmachen, nicht gebracht. Medawar ist ziemlich klar über die menschliche Bastardierung, wenn er sagt: „Bei Bastardierung zwischen Menschen verschiedener Rassen braucht eine Vervollkommnung nicht erwartet zu werden, da beide Rassen wahrscheinlich eine gut ausgewogene Genkombination haben, die ihrer eigenen Umwelt entspricht.“ (23) Eine begrenzte und zeitweilige Verbesserung scheint jedoch möglich, wenn die eine Rasse durch einige Gene der anderen einige Fähigkeiten, die bei ihr fehlen, be-
kommt.   Eine solche genetische Übertragung, wenn sie der ersteren zugute kommt, wäre ein Verlust für die letztere, die sie als eine Degradierung durch sich selbst wahrnehmen würde.
Ein aufschlußreiches Zeichen von Anlagendifferenzen ist die Wanderung von verhältnismäßig primitiven Rassen zu den Industrieländern von Nordamerika und Nordeuropa, die die niedrigsten und am wenigsten qualifizierten Arbeiten verrichten: Nach einer gerade erst abgeschlossenen Entkolonialisierung kommen sie zu ihren alten Herren zurück, oder sie suchen sich neue Herren, die fähig sind, ihr tägliches Brot zu sichern, weil aus ihren eigenen Reihen keine Elite, die für ihren Aufstieg zum Entwicklungsniveau der fortgeschrittenen Nationen unentbehrlich ist, auftaucht.
Man kann sich vorstellen, daß die aufnehmenden Nationen eines Tages desto radikaler verändert sein werden, je massiver die Einwanderung ist. In der Tat werden beide Populationen, die ‚Empfangspopulation‘ und die ‚Importpopulation‘, entidenti-
fiziert, die erstere zu ihrem irreparablen Nachteil, wenn beide zahlenmäßig gleich sind. Die einheimische Population wird nach einigen Generationen, mit Ausnahme weniger spezifischer Gene vielleicht, durch die allogene Population total verdrängt, wenn sich eine differentiale Genreproduktion zu ihrem Nachteil auswirkt. Man wird dieses Verschwinden entweder als Ergebnis eines selbstmörderischen Verhaltens der ersten oder als Ergebnis eines praktisch genozidären Verhaltens der zweiten inter-
pretieren können.
Die massive Einwanderung von allogenen Populationen innerhalb unserer Populatio-
nen und ihre intime Integration sind daher nicht ohne Gefahr. Anstatt eine wirkliche Bereicherung zu sein, sind sie im Gegenteil ein Verfalls- oder ein Auflösungsfaktor. Für die korrupte Vernunft wie für die pervertierten Instinkte sind sie wünschenswerte Handlungen. Für ein Volk aber, das seine eigene rassische Natur aus gesunder Lebenskraft bewahren will, sind sie kompromißlos zu bekämpfen.



19  C. Vincent: ›Les fleurs aussi savent le dire‹. In: Le Monde, 6. Januar 1993.
20   P. Bateson, a.a.O. (Anm.8).
21  Ebenda.
22  Die Bezeichnung leitet sich von drosophila melanogaster, einer Taufliegenart ab, die als Versuchstier für die Vererbungsforschung dient. Es sind also Biologen gemeint, die die Ergebnisse aus den Drosophila-Versuchen als allein bindend ansehen (Anmerkung der Redaktion).
23  P. B. Medawar, The Future of Man: The Reith Lectures, London, 1960.
 
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